G-inosaurier

Mercedes-Benz G 320 CDI

Mercedes-Benz G 320 CDI

Mercedes-Benz G 320 CDI

Mercedes-Benz G 320 CDI

Mercedes-Benz G 320 CDI

Das G-Modell ist lebende Legende und wahrer Tausendsassa zugleich. Knallharter Militär, des Papstes erste Wahl, bieder-zuverlässiger Forstwirt, blitzblank-eleganter Kraftprotz vor dem Yachtanhänger oder dem Spielcasino – das sind nur wenige der vielen G-esichter aus 30 Jahren Bauzeit. Nebenher setzt er als Luxusgeländewagen seit langem Trends und kann sogar als Urvater des SUV-Segments gelten. Wir fuhren für Sie den aktuellen G 320 CDI.

Die wahre Qualität, nein, die Seele des G-Modells findet man doch nur hier, auf der Autobahn. Frankfurter Kreuz am Freitagnachmittag. Nichts geht mehr. Egal ob runde, bunte, kleine oder lange, große, graue Autos – alle stehen sie im Stau. Von hier oben kann man allerdings prima links und rechts in die Cockpits der Büroflüchtlinge, An-die-See-Fahrer oder Ikea-Plünderer spannen. Nervöse Finger trommeln auf Lenkräder, Mundwinkel ziehen sich nach unten – ich bin dabei ganz entspannt. Ich könnte nun vor Ihnen mit meiner vorgeblichen königlichen Gelassenheit angeben – doch nö, daran liegt’s nicht. Es ist schlicht und einfach das erhabene Gefühl, in einem knapp zweieinhalb Tonnen schweren, vierrädrigen Blockhaus inmitten einer nervös-gereizten Blechlawine thronen zu dürfen. Das macht gelassen.

Seit 1979 ist die Form der kantigen Karosserie nahezu unverändert. Hier im Innenraum anno 2008 findet man allerdings ein neu gestaltetes Kombiinstrument inmitten eines Limousinen-Komfortinterieurs, das irgendein Daimler-Zauberer in diesen Würfel transplantiert hat. Doch genau dieser Kontrast hat Charme. So bin ich immer kurz davor, Blumen auf die breiten Fensterbänke stellen zu wollen. Doch so lang ist der Stau hoffentlich auch nicht, zumal die Knöpfe der Fensterheber hier eh viel besser hinpassen. Schwarzes Leder, Holzausführung ”Wurzelnuss” an Armaturen und am beheizten Lenkrad oder individuell verstellbare Mulitkontursitze (toll: vorne serienmäßig beheizt, denn es ist Februar!) sorgen nachhaltig für äußert wohnlichen Komfort. Außerdem kann ich zumindest im Stand dank Comand-System mit TV-Tuner das Nachmittagsprogramm checken, für nicht gut befinden und lieber eine CD einlegen. Klar, so viel Luxus kostet – und zwar fast 9.000 Euro allein für das gerade Genannte. Kein Wunder, dass der Testwagenpreis für den G 320 CDI mit ein paar weiteren Extras locker auf über 90.000 Euro klettert. Dafür kriegt man auch schon die kleinste S-Klasse – und gleich zwei Smarts obendrauf. Aber das ist schon lange Teil des G-Kults, weit vor Luxus-Hummer und dem SUV-Segment insgesamt.

1972 starteten Mercedes und die österreichischen Geländeexperten der Steyr-Daimler-Puch AG (heute Magna Steyr Fahrzeugtechnik) in Kooperation die Entwicklung des G, den sie 1979 zur Serienreife brachten. Bis 2000 trugen die G-Modelle für Österreich, Schweiz oder den Ostblock sogar das Puch-Logo. Noch heute wird der G in Stückzahlen von zirka 7.500 Einheiten im Jahr mit einem hohen Anteil von Hand aufwändig in Graz gefertigt – was seinen traditionell teuren Preis erklärt. Peinlich nur, dass Mercedes dann für Gummimatten im Fahrgastraum 65,45 Euro extra berechnet – bei einem Basispreis von 73.000 Euro!

Von: Peter Löschinger

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