Die Faszination des Grenzbereichs

CLK DTM AMG Mercedes

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Als sich vor fast fünfzig Jahren der Journalist und Rennfahrer Richard von Frankenberg in seinem Buch ”Schachspiel ohne Bedenkzeit” um eine rationale Legitimierung des Motorsports bemühte, hieß es im Untertitel: ”Ein Versuch, auf die Frage zu antworten: Warum Motorsport?”. So plausibel einigen diese Frage auch heute noch vorkommen mag – wenn man dem CLK DTM AMG gegenübersteht, scheint es nur noch eine Antwort zu geben: um eine solche Fahrmaschine entwickeln zu können.

Rationale Erklärungsmuster versagen in Anbetracht dieser Rennskulptur, die längst nicht nur im Motorsport wurzelt – sie ist dessen blechgewordenes Straßenmanifest und bündelt Leistungsdaten, wie sie in jedem Starterfeld hohe Anerkennung fänden. So beschleunigen ihre 582 PS sie in nur 3,9 Sekunden auf Tempo 100. Sieben Sekunden später beträgt das Renntempo 200, dann wird elektronisch abgeregelt – bei 320 km/h.

Das gewaltige Drehmoment von 800 Newtonmetern ist da nur ein weiteres Indiz für die Renngenetik des Boliden. Auch seine Optik, die mit ”spektakulär” nur äußerst unzureichend beschrieben werden kann, ist ein kompromissloser Tribut an die Sportaerodynamik. Doch gleichsam wahrt sie den Look des Serien-CLK und geriert eine eigene Ästhetik. Denn anders als die extreme Weltmeisterflunder CLK-GTR, der seinerzeit mindestens ein straßentaugliches Pendant an die Seite gestellt werden musste, um die FIA-Auflagen zu erfüllen, verdankt der CLK DTM AMG seine Existenz dem großen Erfolg seiner DTM-Verwandten. Diese sind jedoch Silhouetten auf Gitterrohrrahmen und somit Klasse-1-Rennwagen, die keine Straßenpendants mehr vorweisen müssen. Der CLK DTM AMG wurde eigens als DTM-Hommage konzipiert.

Rückblende: Bei HWA, der Rennabteilung von Mercedes und AMG, feierte man 2003 mit Bernd Schneider gerade den vierten DTM-Meistertitel. Diesen nahm man zum Anlass, nun eine exklusive straßentaugliche Kleinserie des Meisterfahrzeuges zu initiieren – der Wunsch vieler Sportwagenbegeisterter ging so endlich in Erfüllung. Zunächst entstand ein erster Design-Prototyp auf Basis des CLK 55 AMG, der nach verschiedenen Varianten und Windkanaltests in der jetzigen Form seine Vollendung fand. Auch zahlreiche Komponenten des SL-55-Triebwerks wurden weiterentwickelt und verfeinert:

Verbesserte Ansaugluftführung, extrem temperatur- und druckbeständige geschmiedete Kolben, ein höher drehender Kompressor und eine komplett veränderte Motorelektronik sind nur einige Zutaten aus der AMG-Zauberküche. Gemeinsam mit der Sportabgasanlage entsteht so ein souveräner Sound, der vor allem eines verdeutlicht: Hier sind genug Leistungsreserven mit einem beeindruckenden Drehmomentverlauf vorhanden. Bereits bei 2.000 Umdrehungen stehen 690 Newtonmeter zur Verfügung, und bei 3.500 sind es maximale 800 Nm.

Um solcher Kraft Herr zu werden, zog man bereits bei den ersten Entwicklungsfahrten auf dem Hockenheimring den Rat von Bernd Schneider, Markus Winkelhock und Klaus Ludwig heran. Weitere Prototypen absolvierten 20.000 Rennstreckenkilometer, davon allein 10.000 auf dem Nürburgring. Daneben wurden 30.000 Kilometer Alltagstest veranschlagt. Danach kam Bernd Schneider zu dem Ergebnis: ”Der beste Street-Racer, den ich je gefahren bin.”
Dabei werden ihm auch viele Details im Interieur vertraut vorgekommen sein: Sportschalensitze mit Vierpunktgurten, wildlederbezogenes Rennlenkrad und ein Kombiinstrument, das mit seiner 360-km/h-Tachoskala nur geringfügig übertreibt, außerdem Kohlefaser und Aluminium, wohin das Auge blickt.

Von: Peter Löschinger

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