Airsport

Mercedes 280 SL (R 107)

Mercedes 280 SL (R 107)

Mercedes 280 SL (R 107)

Mercedes 280 SL (R 107)

Mercedes 280 SL (R 107)

Fotos: Peter Löschinger

Auch als Reaktion auf die Ölkrise wurde 1974 der SL mit Sechszylinder-Motor vorgestellt. Neben etwas geringeren Kosten bei Verbrauch und Unterhalt wollte er vor allem eines bieten: den gleichen Fahrspaß und die gleiche Bequemlichkeit wie die V8-Modelle. Auch heute noch geht dieses Konzept auf, speziell wenn es sich um ein individualisiertes Einzelstück mit Vollausstattung handelt.

Aus der Ferne nähert sich dröhnender Motorenlärm. Dann erkennt man durch die flimmernde Luft eines ungewöhnlich heißen Maitages langsam die Umrisse eines Sportflugzeuges, das gerade auf dem Flugplatz Loemühle am Rande des Ruhrgebietes landet. Die blau-weiße Cessna 172 rollt auf ihre Parkposition direkt hinter unser Fotomodell und schafft eine perfekte Szenerie.

So hat sich die Mercedes-Werbeabteilung wohl auch vor 36 Jahren bei ihrer Einführung das Image der 107er-Reihe gewünscht: Luxus kombiniert mit sicherer Sportlichkeit. Und sie lag richtig, denn das Sportcabrio wurde zum Dauerbrenner – mit einer schier methusalemischen Bauzeit von 18 Jahren. ”Man weiß nicht, was an diesen Wagen mehr besticht: die stilistisch gelungene, Aufmerksamkeit erregende Karosserie, die unübertroffenen Fahreigenschaften, die Möglichkeit, mit zurückgeklapptem oder geschlossenem Verdeck zu fahren oder ganz einfach das faszinierende Gefühl, in einem Cabriolet der Luxusklasse zu sitzen”, verkündet selbstsicher der Verkaufsprospekt wie für alle Ewigkeit – die immerhin 18 Jahre dauerte. Kein Wunder also, dass Mercedes seiner anvisierten zahlungskräftigen Klientel zunächst die V8-Dickschiffe mit 200 bis 225 PS anbot.

Erst 1974 kam der 280 SL mit M-110-Motor auf den Markt – der Einstieg zu ”Sport” (S) und ”Leicht” (L). Bei fast 1,6 Tonnen konnte jedoch von ”leicht” im eigentlichen Sinn nicht mehr die Rede sein, doch Luxus und vor allem die festungsähnliche Sicherheit forderten ihren Tribut.

Mercedes konzipierte den Pagodennachfolger als Symbiose von Sportlichkeit, Luxus und sowohl aktiver als auch passiver Sicherheit. So absorbierte eine ausgeklügelte Knautschzonenarchitektur die Aufprallenergie durch gezielte Verformbarkeit von Front- und Heckteilen. Der Tank wanderte – erstmals bei Mercedes – über die Hinterachse. Eine verklebte Frontscheibe sorgte für zusätzliche Stabilisierung der im Computer entworfenen A-Säule. Gepolsterte Armaturen und ein Sicherheitslenkrad mit großem Pralltopf schützten die Insassen des Zweisitzers im Falle eines Falles. Ingeniöse Details verbesserten die Verkehrssicherheit:

Profilierte, breite, schmutzabweisende Heckleuchten übertrafen für Jahre fast den Stern als typisches Benz-Icon – hier im 107er strahlten sie zum ersten Mal. Profilierte Lamellen an den Flanken und Windleitprofile reduzierten die Verschmutzung der Scheiben und der Seitenteile. Allesamt Faktoren, die dem 107er auch in den USA unter sich immer verschärfenden Sicherheitsauflagen große Beliebtheit bescherte und ihn zugleich vor dem Schicksal eines starren Überrollbügels bewahrte.

Sicherheit und Verlässlichkeit sind auch die Gründe für den Besitzer unseres Fotowagens, der Marke Mercedes schon seit fast vierzig Jahre die Treue zu halten. Nur zweimal blieb der 64jährige mit einem Benz liegen. Beide Male reagierte man äußerst kulant. ”Nach der Reparatur in einer italienischen Mercedes-Werkstatt vermisste ich zu Hause das Reserverad und das Bordwerkzeug. Aber ich bekam die Reparaturkosten und die Fehlteile von Mercedes zuhause ersetzt, ohne Probleme”, freut er sich. Angefangen vom 220 S über Strich-Acht und mehrere 123er fährt er heute mit der aktuellen E-Klasse. Gesucht hat er einen Sportwagen oder ein Cabrio eigentlich nicht, aber gefunden:

Von: Peter Löschinger

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